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Didaktik der Chemie / Universität Bayreuth Stand: 14.01.09 |
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Vortrag von Judith Backhaus im Rahmen der "Übungen im Vortragen mit Demonstrationen - AC", WS 98/99
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Abb. 1: arab. "al kaja"
Alkali" stammt vom Arabischen al kaja" (Abb. 1) ab und meint die
Asche von See- und Strandpflanzen, die beim Auslaugen Soda liefert. Das gleiche Wort wurde
auch für die Asche von Landpflanzen verwendet, diese liefert jedoch beim Auslaugen
Pottasche. Zum ersten mal wurden diese beiden Stoffe 1796 durch M. H. Klaproth
unterschieden. Natrium und Kalium sind also die am längsten bekannten
Alkalimetalle. Das Lithium (griech. lithos, der Stein) wurde erst 1817
entdeckt. Die Elemente Rubidium und Cäsium wurden 1860/61 durch Robert Bunsen
und Gustav Robert Kirchhoff im Dürkheimer Mineralwasser durch Spektralanalyse entdeckt
(lat. rubidus = dunkelrot; lat. caesius = himmelblau). Das Frankium wurde 1939
von der Französin M. Perey entdeckt und nach ihrem Vaterland benannt.
Natrium ist mit 2,64 Prozent der Erdrinde das 6. häufigste Element. Danach folgen Kalium mit 2,4 % und Lithium. Die schwereren Alkalimetalle Rubidium, Cäsium kommen nur in Spuren vor (10-5 bzw. 7*10-7 Prozent). Das schwerste Alkalimetall Frankium kommt nur in Zerfallsreihen vor.
Natrium und Kalium kommen vor allem in großen Salzlagerstätten vor, die entstanden sind als große Meeresteile verdunsteten (Dauer ca. 100 000 Jahre). Dabei schieden sich die verschiedenen Salze gemäß ihrer Konzentration und Löslichkeit bei den verschiedenen Temperaturen des Sommers und Winters ab. Zuerst fällt das schwerlösliche Calciumcarbonat CaCO3 aus, das daher unter den eigentlichen Salzlagern liegt (Zechsteinkalk). Danach wechseln sich Schichten von NaCl (Abscheiden im Winter) mit CaSO4 Schichten (Abscheiden im Sommer ab). Danach folgen verschiedene Schichten, bis sich zuletzt die im Wasser besonders leicht löslichen Kaliumsalze abschieden, die durch Sand und Ton bedeckt wurden und so vor einer Wiederauflösung bewahrt wurden. Die wichtigsten Vorkommen befinden sich im Elsaß, in Ostdeutschland, am Ural, in Kanada und New-Mexico.
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Element |
Smp. [°C] |
Sdp. [°C] |
Dichte [g/cm3] |
Atomradius [A] |
Ionenradius [A] |
Hydratationsradius [A] |
1.Ionisierungsenergie [eV] |
Normalpotential [V] |
Li |
180,54 |
1347 |
0,543 |
1,52 |
0,68 |
3,4 |
5,39 |
-3,045 |
Na |
97,82 |
881,3 |
0,968 |
1,86 |
0,97 |
2,76 |
5,18 |
-2,714 |
K |
63,6 |
775,8 |
0,856 |
2,27 |
1,33 |
2,32 |
4,43 |
-2,925 |
Rb |
38 |
688 |
1,892 |
2,48 |
1,47 |
2,28 |
4,18 |
-2,925 |
Cs |
28 |
670 |
1,522 |
2,65 |
1,67 |
2,28 |
3,89 |
-2,923 |
Fr |
30 |
680 |
- |
2,70 |
1,76 |
- |
3,83 |
- |
Das äußere Erscheinungsbild der Alkalimetalle hängt von ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften ab. Diese lassen innerhalb der Hauptgruppe folgende Tendenzen erkennen. Die Ionen- bzw. Atomradien, sowie die Schmelz- und Siedepunkte nehmen kontinuierlich von den leichteren zu den schwereren Homologen hin ab. Die Dichten der Alkalimetalle sind im Vergleich zu anderen Metallen sehr gering.
Dies macht die Alkalimetalle zu besonders weichen, niedrig schmelzenden Metallen.
Für die chemische Reaktivität ist vor allem die Größe der
Elektronegativität und die Anzahl der Valenzelektronen ausschlaggebend Die Alkalimetalle
besitzen nur 1 Valenzelektron, durch dessen Abgabe sie die Edelgaskonfiguration erreichen
könnnen. Daher sind die Ionisierungsenergien der Alkalimetalle besonders niedrig. Mit
abnehmender Elektronegativität steigt die Reaktivität der Alkalimetalle, d.h. ihre
Fähigkeit Elektronen abzugeben.Dies äußert sich in der sinkenden Elektronegativität,
der fallenden Ionisierungsenergie.
| Element | Li | Na | K | Rb | Cs | Fr |
EN nach Alfred/Rochow |
0,97 | 1,01 | 0,91 | 0,89 | 0,86 | 0,86 |
Diese Eigenschaft macht die Alkalimetalle sehr reaktiv, so daß sie in der Natur nicht gediegen, sondern nur als Ionen der Ladung +1 vorkommen.
Das Valenzelektron der Alkalimetalle wird leicht aus seinem
Grundzustand heraus durch Energiezufuhr in einen energetisch höherliegenden Zustand
versetzt. Dies geschieht zum Beispiel durch die Hitze einer Flamme. Beim Zurückfallen in
den Grundzustand werden charakteristische Farben der Alkalimetalle sichtbar.
![]() Abb. 2 |
Experiment Flammenfärbung : Um die Flammenfärbung der Alkalimetalle besonders gut sehen zu können geht man am besten wie folgt vor: Material: LiCl, NaCl, KCl, Wasser, Uhrglas, Magnesiastäbchen, Brenner. Vorbereitung: Man bereitet eine möglichst konzentrierte Lösung des Alkalimetallsalzes (z. B. LiCl). Durchführung: Mit Hilfe eines Uhrglases, auf dem sich diese Lösung befindet, verdampft man mit einem glühenden Magnesiastäbchens die Lösung direkt durch die Luftansaugschlitze des Brenners in die rauschende Flamme (Abb. 2) Ergebnis: siehe unten. Quelle: Chemie in der Schule ........ |
Ergebnis:
Alkalimetall |
Li |
Na |
K |
Rb |
Cs |
Flammenfarbe |
rot |
gelb |
fahlblau |
rubinrot |
himmelblau |
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Ionische Salze der Alkalimetalle sind von nahezu allen Säuren bekannt. Hier sollen nur die Carbonate und Sulfate erwähnt werden:
Carbonate: Porzellan (Li2CO3
); Soda (Na2CO3); Pottasche (K2CO3
)
Sulfate: Lithiumsulfat ; Glaubersalz (Na2SO4) ;
Mit verschiedener O2 -Dosierung sind 26 primäre Oxide erhältlich:
| Suboxide | Oxide | Per- oxide |
Hyper- oxide |
||||||||
| Li | Li2O | Li2O2 | |||||||||
| Na | Na2O | Na2O2 | NaO2 | NaNO3 | |||||||
| K | K2O | K2O2 | KO2 | KO3 | |||||||
| Rb | Rb6O | Rb9O2 | Rb2O | Rb2O2 | Rb2O3 | RbO2 | RbO3 | ||||
| Cs | Cs7O | Cs4O | Cs11O3 | Cs3O | Cs2O | Cs2O2 | Cs2O3 | CsO2 | CsO3 | ||
Beim Verbrennen an der Luft unter Standardbedingungen bilden :
- Li das Oxid Li2O
- Na das Natriumperoxid Na2O2 (farblos)
- K/Rb/Cs das Hyperoxid MO2 (gelb)
Bei der Reaktion mit Wasser bilden die Alkalimetalle die basischen Hydroxide. Diese können mit einem pH-Indikator nachgewiesen werden. An dieser Reaktion läßt sich gut die Reihe der zunehmenden Reaktivität bei den Alkalimetallen aufzeigen.
Experiment: Reaktion der Metalle Li, Na, K, mit Wasser
Material:
|
||||||||
| Durchführung :Für dieses Experiment bereitet man drei gläserne Petrischalen vor, indem man sie gut reinigt und dann mit destilliertem Wasser füllt. in das Wasser wird jeweils ein Tropfen Spülmittelgegeben, damit sich das Alkalimetall nicht am Rand verfängt. In jede Schale gibt man 2-3 Tropfen Phenolphtalein. Das Wasser sollte sich nicht färben, wenn man die Schalen gut gereinigt hat. Man kann die Schalen mit einem Glasstift auf der Unterseite beschriften und stellt sie auf den Overhead-Projektor. Man hält den Deckel darüber und gibt die vorbereiteten entrindeten Alkalimteallstückchen hinein. |
Li + H2O ---> LiOH + ½ H2 Li schmilzt nicht, H2 entzündet sich nicht
Na + H2O ---> NaOH + ½ H2 Na schmilzt, H2 entzündet sich nicht bei freier Beweglichkeit des Metalls
K + H2O ---> KOH + ½ H2O K schmilzt, H2 entzündet sich sofort
( Rb/Cs/Fr + H2O ---> RbOh/CsOH/FrOH + ½ H2 : analoge Reaktionen )
Die Halogenide von Li, Na und K kristallisieren in der
NaCl-Struktur (Koordinationszahl 6), können aber durch Druck in die CsCl-Struktur
(Koordinationszahl 8) überführt werden, in der die Halogenide des Cäsiums
kristallisieren. Ausnahme ist hier das Li-Kation. Es ist so klein, daß es nicht mehr als
sechs Halogenidanionen um sich versammeln kann.
NaCl-Gitter |
CsCl-Gitter |
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| Element | Verwendung |
| Li | - Skleronenbestandteil (griech. skleros =
hart) Li gibt als Legierungsbestandteil Härte und Beständigkeit ;z.Bsp. Bahnmetall der Deutschen Bundesbahn : Pb/Ca/Na/Li (0,04%). - Das Isotop 6Li wird zur Herstellung von 3H verwendet - Verwendung als Anode in Batterien - Darstellung von Lithiumorganylen - Li als kleinstes Medikament (gegen Depressionen) |
| Na | - 50% Verwendung zur Herstellung von
Bleialkylen/Antiklopfmittel - Verwendung zur Herstellung von Spezialmetallen, wie Titan - Vitamin A -Herstellung und Indigoreduktion . - Zerstörung halogenorganischer Verunreinigungen in Flüssigkeiten. - Na/S-Hochleistungsbatterie für Elektrofahrzeuge. -Wärmespeicher in Solarkraftwerken. -Kernenergie : Na befindet sich in den Primär- und den Sekundärkreisläufen. |
| K | 40K ist radioaktiv und eignet
sich zur Altersbestimmung von Mineralien -Hauptsächlich Verwendung der Salze als Düngemittel. Die natürlichen Kaliumsilikate können von den Pflanzen nicht gut genutzt werden. Hauptsächlich werden daher bei intensiver Bewirtschaftung KNO3 , K2SO4 oder KCl verwendet (aber: viele Pflanzen, wie Kartoffeln sind empfindlich gegen Chloride). |
| Rb/Cs/Fr | 137Cs dient wegen seiner
langen Halbwertszeit (33 Jahre) zur Herstellung technischer g-Strahlenquellen. -Braunschweiger Cäsiumuhr (seit 1978) verwendet 133Cs (9 192 631 770 Hz Eigenschwingung bei der Anregung durch Mikrowellen) |
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Literatur :
[1] -Holleman Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 91.-100- Auflage, Walter de
Gruyter, New York, 1985
[2] -Mortimer, Basiswissen der Chemie, 5. Auflage, Georg ThiemeVerlag, 1987
[3] -Praxis der Naturwissenschaften-Chemie, Themenheft Alkalimetalle, 1991
[4] -Riedel, Anorganische Chemie, 3. Auflage, Walter de Gruyter, New York, 1994
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Experiment Flammenfärbung
Experiment, Reaktionen mit Wasser
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