Wichtige Entscheidungen
Strafrecht BT
Volker Reuschenbach, ehem. Wiss. Assistent
an der Universität Bayreuth
Gefördert durch
Verlag Recht und Praxis, Kissing
Im nachfolgenden sollen grundlegende und aktuellere Entscheidungen aufgeführt werden, die mir unter
dem Gesichtspunkt des Tatbestandsverständnisses besonders lehrreich erscheinen. Der Student möge sich
hier nicht von der Vorstellung leiten lassen, es handle sich um „examensrelevante" Entscheidungen. Das
Bayerische Justizprüfungsamt legt größten Wert darauf, daß durch die Aufgabenstellung nicht aktuelles
Entscheidungswissen abgefragt wird, sondern systematisches Grundverständnis. Meine ersten Erfahrungen
in NRW (Frühjahr 96 bis 97) bestätigen allerdings genau das Gegenteil.
Dem Studierenden sollten daher Grundsatzentscheidungen der Rechtsprechung bekannt sein. Geben Sie
sich nicht mit „Dritt-Zitaten" zufrieden! Die Lektüre des amtlichen Quelltextes schult den Blick für
Problemansätze und die Befähigung zur konzentrierten Formulierung eines Problemzusammenhangs.
Ich bemühe mich, neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit, eine unter dem Ausbildungsaspekt lehrreiche
Entscheidungssammlung aufzubauen. Derweil beschränke ich mich auf Entscheidungen, die Bezug zu
meinem Einstiegs-Repetitorium Strafrecht BT haben.
vor § 13 ff StGB:
- BGH, Urt. vom 15.10.1981 - 4 StR 398/81- = BGHSt 30, 228 =
JZ 1982, 158 = LM StGB § 230 Nr. 1 = MDR 1982, 158 = NJW 1982, 292: Entfällt der
Ursachenzusammenhang, wenn der Angeklagte nachweisen kann, daß der gleiche Erfolg auch wegen
des Verhaltens eines Dritten eingetreten wäre?; Unbeachtlichkeit von Reserveursachen; Massen-
Karambolage Fall
- BGH, Urteil vom 30.03.1993 - 5 StR 720/92 - = Zur Bejahung
des Ursachenzusammenhang, wenn mehrere unabhängig voneinander gesetzte Bedingungen den Erfolg
zu gleichen Zeit herbeiführen, wobei jede für sich ausreichend ist um den Erfolg zu bewirken (sog.
Alternative Kausalität/Doppelkausalität)= DRsp-ROM Nr. 1993/2717 = BGHSt 39, 195 = JZ 1993,
1065 = MDR 1993, 670 = NJW 1993, 1723 = NStZ 1993, 386
- BGH, Urteil vom 8.9.1993 - 3 StR 341/93 = MDR 1994, 82 =
NJW 1994, 205 = DRsp-ROM Nr. 1993/2470 = NStZ 1994, 83 = StV 1995, 77: Keine Unterbrechung
des Ursachenzusammenhangs bei kumulativen Erfolgsursachen; Zurechnung des Taterfolges bei
bewußten, eigenverantwortlich gewollten und verwirklichten Selbstgefährdung des Getöteten.
- BGH, Urt. vom 14.03.1989 - 1 StR 25/89 = NJW 1989, 2479 =
NStZ 1989, 431: StGB: § 32, § 34, § 222, § 309 2. Alt; zu den Anforderungen der Annahme eines
„unterbrochenen Kausalverlaufes"; unvollständige Beweiswürdigung widersprüchlichen
Aussageverhaltens; zum Verhältnis von Notwehr und Notstand: Gesichtspunkte des § 34 StGB können
nicht zur Beurteilung der Rechtmäßigkeit eines Angriffs im Rahmen des § 32 StGB herangezogen
werden.
- BGH, vom 06.11.1984 - 4 StR 72/84 -= JuS 1985, 733 = BGHSt
33, 61 = JR 1985, 383 = JZ 1985, 293 = MDR 1985, 157 = NJW 1985, 1350: Welche Umstände
fließen im Sinne der Bedingungstheorie als Bewertungsgrundlage ein (u.a. Zeitraum); zur
Berücksichtigung rechtmäßigen Alternativverhaltens bei Geschwindigkeitsüberschreitungen des Täters;
rechtlicher Ursachenzusammenhang als tatbestandsrelevantes Prüfungskriterium.
- BGH, Urteil vom 02.08.95 -2 StR 221/94 -= BGHSt 41, 206;
DRsp-ROM Nr. 1995/9981 = JZ 1996, 315 = MDR 1995, 1153 = NJW 1995, 2930 = NStZ 1995,
590 = wistra 1995, 303: Anforderungen an die Feststellung eines wissenschaftlich noch ungeklärten
Ursachenzusammenhanges zwischen chemischen Substanzen und Gesundheitsschäden; Zur Ablehnung
eines Sachverständigen wegen Befangenheit
Zu § 13 StGB:
- BGH, vom 06.07.1990 - 2 StR 549/89 = BGHSt 37, 106:
Lederspray-Fall; §§ 230, 223 a, 13 StGB: Strafbarkeit aus dem Gesichtspunkt des unechten
Unterlassungsdelikts beim Inverkehrbringen gesundheitsgefährdender Bedarfsartikel; Garantenstellung
aus vorangegangenem, pflichtwidrigem Vorverhalten (Ingerenz); Anforderungen der Ursächlichkeit
beim unechten Unterlassungsdelikt; nur Auszüge.
- BGH, vom 6.5.1986 - 4 StR 150/86= BGHSt 34, 82 = JR 1987,
161 = JZ 1986, 986 = MDR 1986, 770 = NJW 1986, 2516 = NStZ 1986, 452: Zur Begründung einer
Garantenstellung aus vorangegangenem Tun (Ingerenz); Liegenlassen eines angefahrenen
Motorradfahrers
Zu § 18 StGB:
- BGH GrSen., Urt. vom 20.10.1992 - GSt 1/92 = BGHSt 39, 100
= MDR 1993, 663 = NJW 1993, 1662: Zur Anwendbarkeit eines erfolgsqualifizierten Delikts im Falle
vorsätzlicher Herbeiführung der besonderen Folge aber in der Strafnorm vorausgesetzter
Leichtfertigkeit; Anwendbarkeit des § 18 StGB auf alle erfolgsqualifizierten Delikte?; zum Verständnis
des Begriffes „leichtfertig" i.S.d. § 251 StGB; Anforderungen der Annahme von Gesetzeskonkurrenz
am Beispiel der tatbestandlich erfüllten §§ 211 und 251 StGB
Zu § 25 StGB:
Zu § 211 StGB:
- BGH Urt. vom 23.11.1995 - 1 StR 475/95 - = MDR 1996, 295
= NJW 1996, 939 = NStZ 1996, 189: Verlangt das Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht, daß nach
der Tätervorstellung der Tod das Mittel ist, um das Verdeckungsziel zu erreichen, so daß
eine Herbeiführung des Todes als bloße Begleiterscheinung der Verdeckungshandlung nicht genügt?;
Zur Einschränkung des § 211 StGB durch das einheitliche (ungeschriebene) Erfordernis besonderer
Verwerflichkeit; Ist Verdeckungsabsicht ein besonderer Fall der niedrigen Beweggründe, so daß
letztere auch beim Verdeckungsmord vorliegen müssen?
- BGH, Urteil vom 09.03.1993 - 1 StR 870/92 - = DRsp-ROM
Nr. 1993/2765 = BGHSt 39, 159 = MDR 1993, 669 = NJW 1993, 1724 = NStZ 1993, 438: Lassen
sich bedingter Tötungsvorsatz und die Annahme von Ermöglichungsabsicht vereinbaren? Muß der
Todeseintritt in dem Sinne „notwendiges" Mittel zur Erreichung des Ermöglichungserfolges sein, daß
die weitere Straftat sich nach Tätervorstellung nur durch den Todeserfolg und nicht auf andere Weise
erreichen läßt?
Zu § 222 StGB:
- OLG Zweibrücken, Beschl. vom 14.03.1993 - 1 Ss 90/93 = JR
1994, 518 = VRS 86, 55 = DAR 1994, 126: § 222 StGB: Strafrechtliche Verantwortung des Kfz-
Führers für den Tod eines Kfz-Insassen, der in Kenntnis seines ungesicherten Mitfahrens (hier: Sitzen
im Laderaum) die Fahrt angetreten ist; Einwand pflichtgemäßen Alternativverhaltens; Abgrenzung
Selbstgefährdung/Fremdgefährdung; Einwilligung in Gefährdungsrisiko, insbes. Anwendbarkeit § 226
a StGB auf einverständliche Fremdgefährdung
- BayObLG, Beschl. vom 04.07.1996 - 1 St RR 81/96 = DAR
1996, 411: Kann dem Täter ein Verletzungserfolg wegen mitursächlichen Verhaltens auch dann noch
zugerechnet werden, wenn das Opfer sich frei verantwortlich und in voller Kenntnis der vom Täter
beeinflußten Gefahrensituation aussetzt?; Selbstgefährdungsfall; Ausleihen eines Mopeds mit defekter
Vorderradbremse.
- BGH, Urteil vom 04.02.1984- I StR 808/83 = DRsp-ROM Nr.
1994/4540 = BGHSt 32, 262 = EzSt StGB § 222 Nr. 4 = JR 1984, 511 = JZ 1984, 750 = LM StGB §
222 Nr. 6 = MDR 1984, 503 = NJW 1984, 1469 = NStZ 1984, 410 = StV 1984, 244: Ist derjenige,
der das zur Selbsttötung oder Selbstverletzung führende eigenverantwortliche Handeln des
Selbstschädigers fahrlässig veranlaßt, wegen einer Fahrlässigkeitstat strafbar, insbesondere weil die
Ermöglichung der Selbstgefährdung i.S.d. BtMG strafbar ist, also insoweit ein Sorgfaltsverstoß
indiziert ist?.
Zu § 226 StGB:
- BGH, Urteil v. 30.06.82 - 2 StR 226/82 = BGHSt 31, 96 = EzSt
StGB § 226 Nr. 1 = JR 1983, 77 = JZ 1983, 73 = MDR 1982, 1034 = NJW 1982, 2831 = NStZ 1983,
21 = StV 1983, 61 = DRsp-ROM Nr. 1994/4843: Hochsitzfall; zum Erfordernis eines
Unmittelbarkeitszusammenhangs zwischen Körperverletzungshandlung und eingetretener besonderer
Folge (hier: Todeseintritt); Ist der Unmittelbarkeitszusammenhang zu verneinen, wenn die
Körperverletzungsfolge für sich genommen nicht mit dem Risiko eines tödlichen Ausgangs
behaftet ist?; Unmittelbarkeitszusammenhang trotz Eingreifens eines Dritten in Verletzungsvorgang
- BGH, Urteil v. 12.2.1992 - 3 StR 481/91 = NJW 1992, 2581 =
NStZ 1992, 333: Zu den Anforderungen des (ungeschriebenen) Gefahrverwirklichungszusammenhangs
zwischen Körperverletzung und der eingetretenen Todesfolge, wenn ein Dritter in die Ursachenreihe
eingreift
Zu § 227 StGB:
- BGH, Urteil v. 21.10.1982 - 4 StR 526/82 = BGHSt 31, 124 =
DRsp-ROM Nr. 1994/4809: Zur begrifflichen Anforderung einer „Schlägerei" und des von „mehreren
gemachten Angriffs" i.S.d. § 227 StGB bei drei Beteiligten und zufälligem Zusammentreffen
verschiedener Angriffe.
- BGH, Urteil v. 21.10.1982 - 4 StR 526/82 BGHSt 33, 100 =
EzSt StGB § 227 Nr. 2 = JZ 1985, 584 = MDR 1985, 334 = NJW 1985, 871 = NStZ 1985, 455 =
DRsp-ROM Nr. 1992/4588: Zur Definition des Merkmal „Angriffs mehrerer";
Zurechnungsanforderungen hinsichtlich des in der Strafnorm vorausgesetzten „Tod eines Menschen
oder schwere Körperverletzung i.S.d. § 224 StGB (Vorsatz oder Ursächlichkeit des Tatbeitrages des
Beteiligten erforderlich?)
Zu § 229 StGB:
- BGH, Urt. vom 21.10.1983 - 2 StR 289/83 = BGHSt 32,
130 [132] = wistra 1984, 22: Erfordert das Merkmal des „Beibringens", daß der Stoff im
Körperinneren seine Wirkung entfaltet?; folgt aus der Formulierung „ um dessen Gesundheit zu
beschädigen", daß der Täter eine schwerwiegende Dauerschädigungen erstreben muß?; zu den
Anforderungen des Begriffs der „Gesundheitszerstörung"
Zu § 240 StGB:
- BVerfG, Urt. vom 10.01.1995 - 1 BvR 718/89 u.a = NJW
1995, 1141 = NStZ 1995, 275: Zur Auslegung des „Gewalt"-Begriffes im Zusammenhang von
Sitzdemonstrationen.
- BGH, Urt. v. 20.7.1995 - 1 StR 126/95 = NJW 1995,
2643: zum Verständnis des Gewaltbegriffes in § 240 StGB im Lichte der Entscheidung BVerfG,
Urt. vom 10.01.1995 - 1 BvR 718/89, a.a.O., insbes. bei Einsatz geringen körperlichen
Kraftaufwandes des Nötigenden; Erforderlichkeit eines spezifischen Zusammenhangs zwischen
Nötigungshandlung und Nötigungserfolgs; Beschütten mit Benzin als „körperliche Mißhandlung“
i.S.d. § 223 StGB?.
Siehe auch BGH, Beschl. v. 27.7.1995 - 1 StR 327/95 = NJW
1995, 2862
- BGH, Urt. vom 30.3.1995 - 4 StR 725/94) = NJW 1995,
3131: u.a. zur Auslegung des „Gewalt"-Begriffes beim Anhalten eines nachfolgenden Fahrzeugs
durch Ausbremsen, insbesondere mit Rücksicht auf BVerfG, Urt. vom 10.01.1995 - 1 BvR 718/89
u.a, a.a.O.
Zu § 242 StGB:
- BayObLG, Beschl. v. 29. 5. 1995 - 1 St RR 75/95 =
DRsp-ROM Nr. 1995/7971 = NJW 1995, 3000: Zur Frage. wann die Wegnahme vollendet ist,
wenn die Ware mit einem elektromagnetischen Sicherungsetikett versehen ist.
- OLG Düsseldorf, Beschluß v. 23.10.1989 - 5 Ss 384/89 =
NJW 1990, 1492: Vollendung des Diebstahls trotz Videobeobachtung?
- BGH, Urt. v. 26.07.1995 - 4 StR 234/95 = DRsp-ROM
Nr. 1995/10071 = NJW 1995, 3129: Abgrenzung Diebstahl/Sachbetrug, wenn der Täter die Kasse
passiert, ohne eine im Einkaufswagen versteckte oder sonstwie für die Kassiererin nicht ohne
weiteres sichtbare Ware zu bezahlen.
- BGH, vom 16.12.1987 - 3 StR 309/87 = BGH NJW 1988,
979 f = BGHSt 35, 152 [156 ff] = DRsp-ROM Nr. 1992/2750: § 263 a; § 242; § 246 StGB: Zum
maßgeblichen Zueignungsgegenstand beim unbefugten Geldabheben mit einer codierten
Eurocheque-Karte, wenn die Karte dem Berechtigten nach dem Abheben wieder zurückgegeben
werden soll; Gewahrsamsbruch auch bei ordnungemäßem Bedienen des Geldautomaten?;
Übereignung des Automatengeldes an unbefugten Karteninhaberund damit keine „fremde" Sache?
- BGH, Urt. vom 5.5.1971 - 3 StR 231/69 = BGHSt 24, 115 =
DRsp-ROM Nr. 1994/5756: Zur Annahme von Zueignungsabsicht, wenn die Verfügung des
Täters über das Tatobjekt (Geld des Dienstherrn) bie rein natürlicher Betrachtung letztlich zur
Wiederherstellung des Besitzstandes des Berechtigten führt; Abgrenzung zum bloßen
Täuschungswillen.
Zu § 243 StGB:
- OLG Frankfurt, Beschluß v. 16.1.1993 - 3 Ss 396/92 =
MDR 1993, 671: Sicherungsetiketten als besondere Schutzvorrichtung i.S.d. § 243 I 2 Nr. 2 StGB?
- BGH, Beschl. vom 18.11.1985 - 3 StR 291/85 = DRsp-ROM
Nr. 1992/4048 = DRsp III (329) 87 c-d = BGHSt 33, 370 = EzSt StGB § 243 Nr. 8 = JZ 1986,
551 = JR 1986, 520 = MDR 1986, 250 = NJW 1986, 940 = NStE StGB § 243 Nr. 1 = StV 1986,
481: §§ 242 II, 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, § 22 StGB: Zur Frage, wann ein "Versuch des Diebstahls
im besonders schweren Fall" anerkannt werden kann.
Zu § 246 StGB:
- BGH, Urt. vom 07.12.1959 - GSSt 1/59 - = BGHSt 14, 38
= DRsp-ROM Nr. 1994/6437: Zu den Anforderungen der Zueignung i.S.d. § 246 StGB
(Zueignungsabsicht offenbart und betätigt); Kann ein Täter der sich eine fremde Sache schon
einmal durch Besitzbetrug, Erpressung, Hehlerei, Diebstahl seinem Vermögen zugeeignet hat, sich
diese nochmals i.S.d. § 246 StGB tatbestandsmäßig zueignen?
Zu § 250 StGB:
- BGH, Urt. vom 20.06.1996 - 4 StR 147/96 = NJW 1996,
(eines der letzten Hefte): Labello-Entscheidung; zur Berücksichtigung objektiver Umstände für die
Tauglichkeit der Qualifizierungsmittel „Waffe oder sonst ein Werkzeug oder Mittel" i.S.d. § 250 I
Nr. 2 StGB.
Zu § 259 StGB:
- BGH, Urt. vom 7.3.1995 - 1 StR 523/94 = DRsp-ROM Nr.
1995/5422: § 259 StGB: Untauglicher Versuch bei bloßem Fürmöglichhalten des Diebstahls des
Tatobjekts; Beginn der Versuchstrafbarkeit der Hehlerei, wenn nur versuchte Vortat in Betracht
kommt, nämlich (Hehl-)Sache noch nicht erlangt ist; § 55 StPO: Zur Zulässigkeit der Nichtladung
eines nur auskunftsverweigerungsberechtigten Zeugen, der außerhalb der Hauptverhandlung
widersprüchliche Angaben zu seiner Aussagebereitschaft macht, diese aber nach anwaltlicher
Berartung widerrufen hat.
- BGH, Urt. vom 20.11.1959 - 4 StR 370/59 = BGHSt 13,
403 [405] = DRsp-ROM Nr. 1994/6441 = NJW 1959, 1377: § 259 StGB: Notwendigkeit einer
vollendeten Vortat zum Zeitpunkt der Hehlereihandlung (Ansichbringen, Ankaufen etc.);
Möglichkeit einer Strafbarkeit wegen Teilnahme und Täterschaft hinsichtlich § 259 StGB
- BGH, Beschl. vom 20.12.1954 - GSSt 1/54 = BGHSt (GS)
7, 134 = DRsp-ROM Nr. 1994/6585: § 259 StGB: Tauglicher Täter (Teilnehmer der Vortat
können an der durch die Vortat erlangten Beute auch Hehlerei begehen
- BGH, Urt. vom 21.02.1957 - 4 StR 525/56 und 526/56 =
BGHSt 10, 151 = DRsp-ROM Nr. 1994/6535: Grundlegend zum Erfordernis des
einverständlichen Zusammenwirkens zwischen Vortäter und prospektivem Hehler in allen
Tathandlungsmodalitäten; Abgrenzung zur Unterschlagung
- BGH, vom 22.12.1987 - 1 StR 423/87 = BGHSt 35, 172 =
DRsp-ROM Nr. 1992/2725 = NJW 1988, 3108 = NStE StGB § 259 Nr. 4: § 259 StGB:
Tatbestandliche Anforderungen der Handlungsmodalität „Sichverschaffen", hier bei bloßer
Mitverfügungsbefugnis an der prospektiven Hehlsache
- BGH, Urt. vom 29.3.1977 - 1 StR 646/76 = BGHSt 27, 160
= DRsp-ROM Nr. 1994/5388: § 259 StGB: Zur Frage, unter welchen Voraussetungen für die
Tatbestandsmodalität „Sichverschaffen" die Erlangung bloßen mittelbaren Besitzes
(Leihhausschein) am prospektiven Hehlobjekt genügen kann
- (BGH, Urt. vom 16.06.1976 - 3 StR 62/76 = BGHSt 26,
358: § 259 StGB: Grundlegend zur Frage, ob die Vollendung der Tatmodalität
„Absatzhilfe" voraussetzt, daß es zum Absatz gekommen ist, so daß bei Nichtgelingen des
Absatzererfolges lediglich Versuch in Betracht kommt?
- BGH, Urt. vom Urt. vom 4.11.1976 - 4 StR 255/76 = DRsp-
ROM Nr. 1994/5422 = BGHSt 27, 45 = : § 259 StGB: Setzt die Vollendung der Tatmodalität
„Absetzen“ und „Absatzhilfe" voraus, daß es zum Absatz gekommen ist, so daß bei Nichtgelingen
des Absatzererfolges lediglich Versuch in Betracht kommt?
- BGH, Urt. vom 21.6.1990 - 1 StR 171/90 = NJW 1991, 82
= StV 1991, 108: § 259 StGB: Vollendung der Tatmodalitäten „Absatzhilfe" auch bei
Nichtgelingen des Absatzerfolges; Absatzhilfe nicht nur bei Förderung des Absatzes als solchem
- BGH, Beschl. vom 16.12.1988 - 3 StR 509/88 = NJW
1989, 1490 = NStZ 1989, 319: Bloße Lagerung oder Verwahrung des Diebesgutes als
„Absetzenhelfen“?
- BGH, vom 3.10.1984 - 2 StR 166/84= DRsp-ROM Nr.
1992/4768 = BGHSt 33, 44 = DRsp III (329) 83 e-f = JR 1985, 211: § 259 StGB: Zur
Abgrenzung von täterschaftlicher Absatzhilfe und bloßer Beihilfe zur Hehlerei, wenn durch das
Instanzgericht nicht festgestellt wurde, ob der Vorbesitzer der Hehlsache Vortäter oder
Zwischenhehler war
Zu § 263 StGB:
- BGH, Urt. vom 10.11.1994 - 4 StR 331/94 = DRsp-ROM
Nr. 1995/2956 = NJW 1995, 539 = MDR 1995, 400 = NStZ 1995, 134: u.a. Täuschung über
kommerziellen Charakter einer Spendenwerbung und über die Verwendung der Spendenbeiträge;
unbeachtlicher Motivirrtum über ehrenamtliches Tätigsein des Werbers und über Verwendung des
Spendenaufkommens nicht für Verwaltungs- und Werbungskosten; keine Täuschung durch
Unterlassen bei bloßem Verschweigen anfallender Werbungs- und Verwaltungskosten
- BayObLG, Urt. vom 9.12.1993 - 3 St RR 127/93 = DRsp-
ROM Nr. 1994/7076 = NJW 1994, 1078 = VRS 86, 343 = wistra 1994, 114: Keine Täuschung
über Angemessenheit oder Üblichkeit des Preises; Grenzen des Informationsrisikos des Käufers
beim Gebrauchtwagen; Offenbarungspflicht des Verkäufers bei unfallbeschädigtem PKW
- BGH, Beschl. vom 16.11.1993 - 4 StR 648/93 = DRsp-
ROM Nr. 1994/1246 = NStZ 1994, 544= NJW 1994, 950: § 263 StGB: Rechtswidrigkeit der
Bereicherungsabsicht bei „Fehlüberweisungen“, Anforderungen der Annahme von Täuschung
durch Unterlassen, Grundlagen und Umfang einer Aufklärungspflicht (hier: Girovertragsverhältnis)
- BGH, Urteil v. 26.7.1972 - 2 StR 62/72 = BGHSt 24, 386 =
DRsp-ROM Nr. 1994/5681: §266 StGB: Zum Nichtvorliegen einer Vermögensbetreuungspflicht
des Scheckkarteninhabers gegenüber der kartenausstellenden Bank; § 263 StGB: Täuschung durch
schlüssiges Verhalten und Irrtum im Falle eines durch Scheckkartenbegebung bewirkten Einlösung
eines ungedeckten Schecks. Beachte: Für den Scheckkartenmißbrauch gilt nunmehr §
266 b StGB, vergl. BGH, Urt. vom 18.11.1986 - 4 StR 583/86 =
DRsp-ROM Nr. 1994/5681.
- BGH, vom 13.6.1985 - 4 StR 413/85 = BGHSt 33, 244 =
MDR 1985, 950 = NJW 1985, 2280 = NStZ 1985, 548 = StV 1985, 412: Zur Anwendbarkeit des
§ 263 StGB und § 266 StGB beim Mißbrauch von Kreditkarten durch einen Zahlungsunfähigen;
Beachte: Weite Bereiche werden nunmehr durch de Aufnahme der abschließenden
Sonderregelung des § 266 b StGB erfaßt (vergl. dazu Dreher/Tröndle, StGB Komm., 47.
Aufl., § 266 b Rdn. 9 und Lackner, StGB Komm., 21. Aufl., § 266 b, Rdn. 9).
- BGH, Beschl. vom 16.8.1961- 4 StR 166/61
("Melkmaschinenfall") = BGHSt. 16, 321ff = DRsp-ROM Nr. 1994/6336Vermögensschaden trotz
objektiv wirtschaftlicher Ausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung; Fälle des sog.
persönlichen Schadenseinschlags
- BGH, Beschl. vom 29.07.1960 - 1 StR 213/60 = BGHSt 15,
83 = DRsp-ROM Nr. 1994/6397: Begründung des Vermögensschaden des gutgläubigen
Erwerbers einer durch den Täter unterschlagenen Sache
- :OLG Düsseldorf, Beschluß vom 10.1.1995- 5 Ss 443/94 =
DRsp-ROM Nr. 1995/3558: Vermögensschaden bei Täuschung über Laufleistung aber
marktgerechtem Verkaufspreis, persönlicher Schadenseinschlag bei ganz individuellen
Bedürfnissen auf einen PKW mit geringerer Laufleistung
Zu § 263 a StGB:
- BGH, vom 16.12.1987 - 3 StR 309/87 = BGH NJW 1988,
979 f = BGHSt 35, 152 [156 ff] = DRsp-ROM Nr. 1992/2750: § 263 a; § 242; § 246 StGB: Zum
maßgeblichen Zueignungsgegenstand beim unbefugten Geldabheben mit einer codierten
Eurocheque-Karte, wenn die Karte dem Berechtigten nach dem Abheben wieder zurückgegeben
werden soll; Gewahrsamsbruch auch bei ordnungemäßem Bedienen des Geldautomaten?;
Übereignung des Automatengeldes an unbefugten Karteninhaberund damit keine „fremde" Sache?
- BGH, Urt. 22.11.1991 - 2 StR 376/91= NJW 1992, 445 =
MDR 1992, 168 = StV 1992, 112; BayObLG CuR 1990, 728: Prüfung "Einwirkung" auf den
Ablauf eines Datenverarbeitungsvorganges erforderlich im Zusammenhang der
Tatbestandsmodalität „unbefugtes Verwenden von Daten“, § 263 a I Fall 3 StGB?
Zu § 266 StGB:
- BGH, Beschluß v. 23.8.1995 - 5 StR 371/95 = NJW 1995,
65: Zur Begründung einer Vermögensbetreuungspflicht des Vermieters hinsichtlich eingeforderter
Mietkautionen und eines Verwalters von Geldern von Wohnungseigentümern.
- BGH, Urteil v. 26.7.1972 - 2 StR 62/72 = BGHSt 24, 386 =
DRsp-ROM Nr. 1994/5681: §266 StGB: Zum Nichtvorliegen einer Vermögensbetreuungspflicht
des Scheckkarteninhabers gegenüber der kartenausstellenden Bank; § 263 StGB: Täuschung durch
schlüssiges Verhalten und Irrtum im Falle eines durch Scheckkartenbegebung bewirkten Einlösung
eines ungedeckten Schecks. Beachte: Für den Scheckkartenmißbrauch gilt nunmehr §
266 b StGB, vergl. BGH, Urt. vom 18.11.1986 - 4 StR 583/86 =
DRsp-ROM Nr. 1994/5681.
- BGH, vom 13.6.1985 - 4 StR 413/85 = BGHSt 33, 244 =
MDR 1985, 950 = NJW 1985, 2280 = NStZ 1985, 548 = StV 1985, 412: Zur Anwendbarkeit des
§ 263 StGB und § 266 StGB beim Mißbrauch von Kreditkarten durch einen Zahlungsunfähigen;
Beachte: Weite Bereiche werden nunmehr durch de Aufnahme der abschließenden
Sonderregelung des § 266 b StGB erfaßt (vergl. dazu Dreher/Tröndle, StGB Komm., 47.
Aufl., § 266 b Rdn. 9 und Lackner, StGB Komm., 21. Aufl., § 266 b, Rdn. 9)
Zu § 266 b StGB:
Zu § 267 StGB:
Zu § 315 c StGB:
- BGH, Beschl. vom 12.04.1994 - 4 StR 688/93 = StV 1994,
543: Anforderungen alkoholbedingter relativer Fahruntüchtigkeit (Indizwirkung von überhöhter
Geschwindigkeit, Flucht vor der Polizei?); abstrakte Gefährdung von Verkehrsteilnehmern nicht
genügend.
- BGH, Urt. vom 30.3.1995 - 4 StR 725/94) = NJW 1995,
3131: Feststellung der Konkretheit der Gefährdung bei Trunkenheitsfahrt, u.a. beim Fahren in
Schlangenlinien und Mitnahme eines Beifahrers.
Zu § 316 StGB:
- BVerfG, Beschl. vom 27.06.1994 - 2 BvR 1269/94 = DRsp-
ROM Nr. 1995/3441 = NZV 1995, 76 = VRS 88, 1 = NJW 1995, 125: Zur Zulässigkeit die
absolute Fahruntauglichkeit zur Tatzeit allein daraus zu folgern, daß der Täter im Zeitpunkt der
Fahrt mit dem Pkw eine Alkoholmenge im Körper hatte, die in der Folgezeit zu einer
Blutalkoholkonzentration von mehr als 1,1 o/oo führte.
Zu §§ 323a, 20 StGB:
- BGH, Urt. vom 23.11.51- 2 StR 491/51= DRsp-ROM Nr.
1994/6659 = BGHSt 2, 14: §§ 20, 323 a StGB (= § 330 a StGB a.F.): Zum Konkurrenzverhältnis
zwischen Vollrauschtatbestand und Strafbarkeit nach den Grundsätzen der „actio libera in causa“.
- BGH, Beschluß vom 18.08.83 - 4 StR 142/82= DRsp-
ROM Nr. 1994/4631 = BGHSt 32, 48 = EzSt StGB § 323a Nr. 2 = JZ 984, 483 = MDR 1983,
1038 = NStZ 1984, 74: Zu den tatbestandlichen Anforderungen des Rausch-Begriffes, wenn die
Schuldunfähigeit lediglich nicht ausschließbar ist.
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