Forschungsbericht 1999 - 2001 > Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät ¦ english
Lehrstuhl fÜr Afrikanistik I
Afrikanische Sprachwissenschaft: Niger-Kongo, insbesondere Gursprachen, Bantusprachen.
african linguistics: Niger-Congo, especially Gur-languages, Bantu-languages.


Professorin Dr. Gudrun Miehe
Tel: +921/55-3557
Fax: +921/55-843557
e-mail: Gudrun.Miehe@uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/departments/afrikanistik/1


Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
Elders, Stefan, Dr. phil., (seit 03/2000); Tel. 55-3558
*e-mail: Stefan.Elders@uni-bayreuth.de
Großerhode, Ralf, Dr.phil., (seit 06/2000), Tel. 55-3558
*e-mail: ralf.grosserhode@uni-bayreuth.de
Kleinewillinghöfer Ulrich, Dr. phil., Tel. 55-3580,
*e-mail: ukwhome@aol.com
Roncador Manfred von, Dr. phil., Tel. 55-3550,
*e-mail: Manfred.vonRoncador@uni-bayreuth.de
Schulz-Burgdorf, Ulrich, Dr. phil., (seit 07/2000); Tel. 55-5423
*e-mail: schulz.burgdorf@uni-bayreuth.de
Tham, Florian, (seit 02/2000); Tel. 55-3580
*e-mail: florian.tham@stud.uni-bayreuth.de
Volk, Anette, M.A., Tel. 55-3556
*e-mail: Anette.Volk@epost.de
Winkelmann, Kerstin, Dr. phil., Tel. 55-3558,
*e-mail: Kerstin.Winkelmann@uni-bayreuth.de


Beteiligung an Zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen, Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs:
Institut für Afrikastudien
Sonderforschungsbereich 560:
Lokales Handeln in Afrika im Kontext globaler Einflüsse



Forschungsprojekte

Grundlagenforschung in den Gursprachen
Die ca. 90 Gursprachen bilden eine Sprachfamilie innerhalb des großen Sprachstamms der Niger-Kongosprachen und werden in der westafrikanischen Savanne gesprochen. Nur wenige dieser Sprachen sind bislang gut beschrieben. Das Projekt widmet sich der Erforschung und Dokumentation der Gursprachen insgesamt, insbesondere aber den weniger bekannten und zum Teil noch nicht wissenschaftlich erfaßten Gursprachen in Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Ghana und Togo. Darüber hinaus fördert das Projekt laufende Forschungen der westafrikanischen Kooperationspartner in den o.g. Ländern.



Projektleitung (an der UniversitÄt Bayreuth)
Prof. Dr. Gudrun Miehe

FÖrdernde Institution (evtl. FÖrderkennzeichen)
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH


Projektlaufzeit: 1996 - 2001

Erfassung und ErschlieSSung des afrikabezogenen Bestandes deutscher Missionsarchive
Missionsarchive als Quellen für die afrikabezogene Forschung sind in ihrer Bedeutung erst in letzter Zeit erkannt worden. Vor allem die Beobachtungen und Berichte der ersten Missionare gewinnen immer mehr an Gewicht, da sie in weiten Teilen Afrikas die ersten Europäer waren, die mit der einheimischen Bevölkerung in näheren Kontakt kamen. Somit sind ihre Berichte in der Regel die ersten Zeugnisse von Sprachen und Kulturen, die bis dahin in Europa unbekannt waren. Angesichts des allgemeinen Mangels an Dokumentationen aus der afrikanischen Geschichte sind die Archivbestände der Missionen eine äußerst wichtige Quelle sowohl für die Kultur- als auch für die Sprachgeschichte.

Projektleitung (an der UniversitÄt Bayreuth)
Prof. Dr. Gudrun Miehe

FÖrdernde Institution (evtl. FÖrderkennzeichen)
VW-Stiftung

Projektlaufzeit: 1998-2000

Die Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf die VitalitÄt von Sprachen in westafrikanischen StÄdten
Das Ziel des Forschungsvorhaben ist es, die Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf Sprachverhalten und damit einhergehend auf sprachliche Strukturen in städtischen Bereichen Afrikas zu untersuchen. Es wird von der Hypothese ausgegangen, daß die "sprachliche" Antwort auf Globalisierungsprozesse in Afrika nicht in einer Homogenisierung der Sprachenwelt, sondern eher in einer stärkeren Hierarchisierung der Sprachen besteht, die den verschiedensten Stufen einer interaktiven Dynamik zwischen lokalen und globalen Kräften entspringt. In diesem Zusammenhang wird zwischen direkten und indirekten Globalisierungsprozessen unterschieden. Ausgehend von der Vitalitätstheorie sind Untersuchungen zu Sprachgebrauch, Sprachstruktur und der Korrelation von sprachlichen Variablen mit allgemein sozialen Faktoren vorgesehen. Die beiden dafür ausgewählten Regionen - Maiduguri (NO Nigeria) und Banfora/Bobo Dioulasso (Burkina Faso) - weisen einige Unterschiede auf, u.a. hinsichtlich ihres sozio-kulturellen als auch ihres kolonialgeschichtlichen Hintergrundes. Es wird davon ausgegangen, daß durch den Vergleich der jeweiligen Daten die Aussagekraft der Untersuchungsergebnisse wesentlich erhöht werden kann, bzw. allgemeinere Schlußfolgerungen für in Afrika typische Entwicklungen gezogen werden können.



Projektleitung (an der UniversitÄt Bayreuth)
Prof. Dr. Gudrun Miehe; Prof. Dr. Jonathan Owens

FÖrdernde Institution (evtl. FÖrderkennzeichen)
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Teilprojekt A1 des Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg (SFB/FK 560)


Projektlaufzeit: 2000 - 2003

Das Pflanzenwissen der Digo (Kenia) im Vergleich mit der wissenschaftlichen Botanik.
Das Teilprojekt ist auf das Wohngebiet der Digo an der kenianischen Küste ausgerichtet. Die Digo bilden eine von neun Untergruppen der Mijikenda. Kennzeichnend für alle Mijikenda ist der Gruppenbesitz von Kayas ("heiligen Wäldern") mit stark nachlassender Funktion aber bewahrter mythischer Bedeutung. Botanisch zeichnen sich die Kayas durch größeren Artenreichtum aus und sind auch mit einem größeren Expertenwissen verbunden. Das Expertenwissen soll ermittelt und in seiner Systematik mit der wissenschaftlichen Botanik kontrastiert werden. Dies erlaubt zunächst einen statischen Vergleich zwischen einem lokalen und einem (vom Anspruch her) universalen botanischen Kognitionssystem. Das Expertenwissen, das uns einen tieferen Zugang zu einem lokalen Wissenssystem erlauben soll, ist vermutlich nicht repräsentativ für die Gesamtheit der heutigen Digogesellschaft. Es gibt zudem Anzeichen dafür, daß dieses Wissen mit der universalen Botanik und deren Begrifflichkeit teilweise konkurriert (z.B. in der Schule und in der landwirtschaftlichen Fortbildung). Den möglichen Folgen dieser Konkurrenzsituation (also einem möglichen Wandel) ist nachzugehen.
Für die Erforschung des lokalen Wissensystems und dessen Kontrastierung mit dem universalen System wird ein neuer botanisch-linguistischer Forschungsansatz entwickelt, bei dem zum einen das sprachlich (begrifflich) fixierte Wissen und das außersprachliche (im Handeln erkennbare) Wissen in gleicher Weise untersucht werden sollen. Zum anderen sollen zum ersten Mal die Feldforschungsmethoden und -werkzeuge gemeinsam von beiden Disziplinen entwickelt und benutzt werden, während bisher bei ethnobotanischer Forschung nur jeweils eine Disziplin der anderen Hilfestellung leistete.
Viele Übereinstimmungen in der Pflanzenbenennung zwischen Digo und dem benachbarten Swahili lassen historische Kontaktbeziehungen zwischen beiden Sprechergruppen vermuten, die als eine frühere "Universalisierung" des lokalen Digo-Wissens interpretiert werden könnten. Dem soll in einer Teiluntersuchung nachgegangen werden.



Projektleitung (an der UniversitÄt Bayreuth)
Prof. Dr. Erwin Beck ; Prof. DR. Gudrun Miehe

FÖrdernde Institution (evtl. FÖrderkennzeichen)
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Teilprojekt C1 des Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg (SFB/FK 560)


Projektlaufzeit: 2000-2003

Publikationen

Elders, Stefan. 1999. Languages of Subsaharan Africa. In: Mark Janse & Sijmen Tol, with the assistance of Inge Angevaare (Hrsg.) Linguistic Bibliography for the year 1995. Dordrecht, S. 1382-1408.
Biesbrouck, Karen, Stefan Elders und Gerda Rossel (Hrsg.) 1999. Central
African hunter-gatherers in a multidisciplinary perspective: challenging
elusiveness. Leiden: Research School CNWS.[Kolloquiumsakten].
Elders, Stefan. 1999. Besprechung: Raymond Boyd (Hrsg.) 1995. Le système verbal dans les langues oubanguiennes. Afrika und Übersee 82: 135-140.
Kleinewillinghöfer, Ulrich. 1999. The classification of Siti (Kyitu) reconsidered. Gur Papers/Cahiers Voltaiques 4: 37-47.
Kleinewillinghöfer, Ulrich. 1999. Besprechung: Yves Monino 1995. Le proto-gbaya. Afrika und Übersee 82: 140-144.
Miehe, Gudrun. 1999. Besprechung: John R. Rennison 1996. Koromfe (Descriptive Grammars). Afrika und Übersee 82: 114-119.
Miehe, Gudrun & Adam Jones (Hrsg.) 1999. Afrikabestände in deutschen Missionsarchiven: Perspektiven ihrer Erschließung. ULPA (University of Leipzig Papers on Africa, Missions Archives Series 5
Miehe, Gudrun & Kerstin Winkelmann. 1999. 'Dieu mange du mil'. Une analyse comparative des dénominations pour 'Dieu', 'ciel', et quelques phénomènes météréologiques dans le sud-ouest du Burkina Faso. Gur Papers/Cahiers Voltaïques 4: 19-36.
Elders, Stefan.2000. Buchbesprechung zu: Zygmunt Frajzyngier. 1996. Grammaticalization of
the complex sentence in Chadic. Lingua 110:305-313.
Elders, Stefan. 2000. Buchbesprechung zu: Paulette Roulon-Doko. 1998. Chasse, cueillette et culture chez les Gbaya de Centrafrique. Méga-Tchad 1999, 1-2:35-36.
Elders, Stefan. 2000. Languages of Sub-Saharan Africa. In: Linguistic Bibliography for the year 1996 and supplement for previous years, Hrsg. Mark Janse und Sijmen Tol, S. 1258-1272. Dordrecht: Kluwer Academic Publishers.
Kleinewillinghöfer, Ulrich. 2000. The verb in Kusuntu. Gur Papers/Cahiers Voltaiques 5: 95-101.
Elders, Stefan. 2000. Grammaire mundang. (CNWS Publications, 97.) Leiden: Research School
CNWS. 633 S. [zugleich Doktorarbeit Universität Leiden].
Kleinewillinghöfer, Ulrich. 2000. The noun classification of Cala (Bogon)- A case of contact-induced change. in: Antje Meißner & Anne Storch (Hrsg.) Nominal classification in African Languages. Frankfurter Afrikanistische Blätter 12: 37-68.
Miehe, Gudrun. 2000. The use of nga and its composite forms in some pre-Standard Swahili texts. In: Kulikoyela Kahigi, Yared Kihore & Maarten Mous (Hrsg.) Lugha za Tanzania - Languages of Tanzania. [Sudies dedicated to the memory of Prof. Clement Maganga]. Research School for Asian, African, and Amerindian Studies, Universiteit Leiden. p. 127-137.
Winkelmann, Kerstin. 2000. Temps et aspect en cefo. Gur Papers/Cahiers Voltaiques 5: 181-186.
Miehe, Gudrun und Manuel J. K. Muranga. 2000. Die Proto-Bantu-Lautentsprechungen im Rukiga [Ruciga]. In: Rainer Voßen, Angelika Mietzner und Antje Meißner (Hrsg.) Mehr als nur Worte ... Afrikanistische Beiträge zum 65. Geburtstag von Franz Rottland. S. 417 - 438. Köln: Rüdiger Köppe.
Miehe, Gudrun. 2000. The use of nga and its composite forms in some pre-Standard Swahili texts. In: Kulikoyela Kahigi, Yared Kihore and Maarten Mous: Lugha ya Tanzania Languages of Tanzania. Studies dedicated to the memory of Prof. Clement Maganga. pp. 127 - 138. Research School for Asian, African, and Amerindian Studies (CNWS). Universiteit Leiden.
Großerhode, Ralf. 2000. Stimmlose Nasale im Gogo. In: Voßen, Mietzner, Meißner (Hrsg.): "Mehr als nur Worte. . . " Afrikanistische Beiträge zum 65. Geburtstag von Franz Rottland. Köln, Köppe Verlag.


Dissertationen:
1999: Wamitila, Kyallo Wadi. Archetypal criticism of Kiswaheli Poetry.
1999: Dogbeh, Lucia. Sprichwörter kontrastiv - Struktur und Funktion ausgewählter Sprichwörter im Fon im Vergleich zum Deutschen.


© Universität Bayreuth; Hrsg.: Der Präsident der Universität Bayreuth - Redaktion: R. Debusmann - WWW-Umsetzung: Dr. B. Winkler